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Der Bertelsmann-Wahnsinn und die Krankenkassen

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Dass ohne Bertelsmann in der deutschen Gesellschaft nichts mehr geht, wissen wir schon seit 2004. Insbesondere hat die Bertelsmann-Stiftung wichtige Themenfelder in Politik und Gesellschaft mit ihrer Propaganda durchdrungen und kann wichtige Entscheidungen über die Zukunft unseres Gemeinwesens diktieren.
Ganz oben auf der Wunschliste der Bertelsmänner steht die Privatisierung im Gesundheitswesen, im Bildungsbereich und in der öffentlichen Verwaltung. Sie spricht sich für einen beschleunigten Abbau der sozialen Leistungen aus und möchte gerne die Konkurenzgesellschaft weiter voran treiben.
Bertelsmann verfügt außerdem direkt über großen Einfluss in der deutschen Medienlandschaft.
Wer sich ein umfassenderes Bild über diese gefährliche Stiftung machen möchte, kann dies hier und hier tun.

Ein weiterer Beweis des Bertelsmann Einflusses, ist der Hamburger Pilotversuch eines Ärzte-Navis. Die daran teilnehmenden Krankenkassen BARMER und AOK verschicken an ihre Mitglieder einen Fragebogen, den diese ausfüllen sollen. Darin sollen die eigenen Ärzte bewertet werden.
Datenschutz gibt es hierbei nicht. Der Name des bewerteten Arztes wird inklusive Adresse angegeben. Aus den Ergebnissen soll eine weisse Liste erstellt werden, die es den Patienten ermöglicht, in einem Webportal einen von anderen gut bewerteten Arzt zu finden. Der Fragebogen dazu stammt von der Bertelsmann Stiftung.
Ob sich die Krankenkassenmitarbeiter_innen sich im klaren darüber sind, dass es Bertelmann darum geht langfristig den gesamten Gesundheitssektor einschließlich der dazu gehörigen Versicherungen zu privatisieren? Dann werden sicher auch viele Mitarbeiter_innen weg rationalisiert, die jetzt noch fleißig an diesem Projekt mitarbeiten. Der Bertelsmann Stiftung gesamtes Bestreben ist auf Controlling und Ranking gerichtet. Mit diesen Mitteln möchte sie Strukturen unter Kontrolle bekommen um sie dann nach betriebsiwrtschaftlichen Vorgaben strukturieren zu können. Dies ist notwendig, damit diese dann zügig privatisiert werden können. Dabei stellt sie immer wieder heraus, dass es ihr um Kostensenkung und Qualitätsverbesserung gehe.
Die Kostensenkungen beziehen sich nur auf die betriebswirtschaftlichen Teile, damit Investoren in etwa über die Größe der Rendite im Klaren sind. Alle unwirtschaftlichen Teile werden natürlich dem Gemeinwesen aufgebürdet oder einfach nicht mehr geleistet.
Auch die Qualitätsverbessrungen werden nur unter betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet. Für Patient_innen hat dies in der Regel bisher nur Verschlechterungen zur Folge.

Mit dem Fragebogen zum Ärzte-Navi greift die Bertelsmann Stiftung und auch die betroffenen Krankenkassen tief in das Vertrauensverhältnis zwischen Arzt und Patient ein, welches die Grundvoraussetzung für eine hilfreiche medizinische Versorgung darstellt. Die Patient_innen werden zu Denunziant_innen ihrer Ärzte.Und das alles wird finanziert mit den Beiträgen, die wir jeden Monat an die Kassen zahlen.

Written by commulog

15. April 2011 at 19:30

Veröffentlicht in Bertelsmann, Neoliberalismus

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