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social marketing und propaganda

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Viele social marketing Kampagnen haben die typischen Merkmale von Propaganda. Wenn ich die Kampagnen „sozial ist, was Arbeit schafft“ und „Du bist Deutschland“ anschaue, zeigen sich hier ganz klar die wesentlichen Merkmale von Propaganda. Es soll ein Verhalten gesteuert werden, zum Zweck der Erzeugung einer von den Propagandisten erwünschten Reaktion. Schon Helmut Kohl hat während seiner Kanzlerschaft kohl_rede1 (ogg, 218 KB)auf diese Weise geworben. Was damals mit Selbstverantwortung gemeint war, sehen wir heute. Vereinzelung, Bindungslosigkeit und Isolation. Die wirtschaftliche Lage war auch damals schon die Hauptbegründung für massive Einschränkungen.

Zu Propaganda mit dem Schwerpunkt auf faschistische Systeme haben A. Hitler in „Mein Kampf“ und Joseph Gobbels in seinen Schriften viel geschrieben, was heute auch immer noch aktuell ist.

Ich möchte hier jedoch auf einen anderen Lehrmeister hinweisen, der sich damit beschäftigt hat, wie Propaganda dazu eingesetzt werden kann um demokratische Systeme zu steuern. Es ist Edward Bernays, ein Neffe von Sigmund Freud. Hier ist ein kleiner Auszug aus seinem Werk
Propaganda. Horace Liveright, New York 1928. Neuauflage: Ig Publishing, Brooklyn N.Y. 2005, ISBN 0-9703125-9-8. (Deutsch von Patrick Schnur, orange-press, Freiburg i. Br. 2007, ISBN 978-3-936086-35-5)

den kompletten englischen Text als pdf gibt es hier zu lesen.

IN the days when kings were kings, Louis XIV made his modest remark, „L’Etat c’est moi.“ He was nearly right. But times have changed. The steam engine, the multiple press, and the public school, that trio of the industrial revolution, have taken the power away from kings and given it to the people. The people actually gained power which the king lost For economic power tends to draw after it political power; and the history of the industrial revolution shows how that power passed from the king and the aristocracy to the bourgeoisie. Universal suffrage and universal schooling reinforced this tendency, and at last even the bourgeoisie stood in fear of the common people. For the masses promised to become king. Today, however, a reaction has set in. The minority has discovered a powerful help in influencing majorities. It has been found possible so to mold the mind of the masses that they will throw their newly gained strength in the desired direction. In the present structure of society, this practice is inevitable. Whatever of social importance is done today, whether in politics, finance, manufacture, agriculture, charity, education, or other fields, must be done with the help of propaganda. Propaganda is the executive arm of the invisible government Universal literacy was supposed to educate thecommon man to control his environment. Once he could read and write he would have a mind fit to rule. So ran the democratic doctrine. But instead of a mind, universal literacy has given him rubber stamps, rubber stamps inked with advertising slogans,with editorials, with published scientific data, with the trivialities of the tabloids and the platitudes of history, but quite innocent of original thought. Each man’s rubber stamps are the duplicates of millions of others, so that when those millions are exposed tothe same stimuli, all receive identical imprints. It may seem an exaggeration to say that the American public gets most of its ideas in this wholesale fashion. The mechanism by which ideas are disseminated on a large scale is propaganda, in the broad sense of an organized effort to spread a particular belief or doctrine. I am aware that the word „propaganda“ carries to many minds an unpleasant connotation. Yet whether, in any instance, propaganda is good or bad depends upon the merit of the cause urged, and the correctness of the information published. In itself, the word „propaganda“ has certain technical meanings which, like most things in this world,…

Interessierten LeserInnen sei nahe gelegt, einmal die aufgezeigten Mechanismen, die in dem Buch beschrieben sind zu vergleichen mit der Arbeitsweise der PR-Abteilungen, sowohl in der Politik als auch in der Wirtschaft (eigentlich ist diese Trennung mittlerweile aufgehoben und damit überflüssig). Mit dem Fernseh- und Rundfunkprogrammen, vor allem der Privatsender und den meisten Tageszeitungen in Deutschland. Sämtliche Privatsender sind in den Händen von Konzernen (Bertelsmann, Springer, Holtzbrinck usw.), die ein massives Profitinteresse haben und hier die geistigen Grundlagen in ihrem Sinne schaffen. Nicht umsonst haben diese Konzerne eigene VertreterInnen in den politischen Entscheidungsstellen, Monitor (WDR) hat das zum Glück mal ins Fernsehen gebracht. Siehe auch hier..

Think for youself and question authority

(auf deutsch: Denke für dich selbst und stelle Autorität in Frage)
Timothy Leary

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sozial ist, was freude schafft

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In Anlehnung an den Slogan, der mittlerweile fester Bestandteil des CDU Programms ist „sozial ist, was Arbeit schafft“…

Nur ein einziges Wort unterscheidet ihn vom Motto des Hitler Wegbereiters Hugenberg „sozial ist, wer Arbeit schafft“. Siehe hier, hier und hier.

Der 1,69 große Diktator schrieb dazu selbst:

„Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwenden, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag. Sowie man diesen Grundsatz opfert und vielseitig werden will, wird man die Wirkung zum Zerflattern bringen, da die Menge den gebotenen Stoff weder zu verdauen noch zu behalten vermag.“ – A. Hitler in „Mein Kampf“ 1943, 851.-855. Aufl., S. 198

Quelle: http://de.wikiquote.org/wiki/Adolf_Hitler

Die PR-Leute von INSM, CDU, Springer und Bertelsmann uva. haben das Werk offensichtlich in diesem Punkt perfekt in die Tat umgesetzt. Ist ja auch kein Wunder, Bertelsmann ist immerhin durch das Geschäft mit Propagandbüchern der Nazis zu dem geworden, was es heute ist. Das bestätigen sogar amerikanische Zeitungen.

Written by commulog

2. April 2008 at 23:34