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Revolution wird abgeblasen

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Noch im Herbst letzten Jahres feierte die grenzdebile Bundesregierung den sogenannten „Atomkompromiss“, der eine Laufzeitverlängerung bis 2050 vorsah als Revolution.
Nachdem die Schwrz/Geld-Regierung das „ErneuerbareEnergienGesetz“ (EEG) auf einen Torso zurechtgestutzt hatte, war dies der zweite Schlag gegen die gesamte Bevölkerung und in der Tat die Verkehrung einer Revolution. Der Lobby aus Stromkonzernen und Banken hat die CDU/CSU/FDP die Zukunft von Millionen Menschen geopfert, ohne mit der Wimper zu zucken.
Merkel und Grossmann feiern
Nun, nach Fukushima rudern sie wieder zurück. Das EEG bleibt weiterhin stark beschädigt und hat an Wirksamkeit verloren.
Dies hat gute Gründe. Denn das EEG war recht klug so angelegt, dass auch Kleinerzeuger von der Förderung erneuerbarer Energien profitieren konnten und so eine dezentrale Stromproduktion aufgebaut werden sollte und auch konnte, wie sich in den ersten Ansätzen zeigte.
Dies bedrohte die zentralisierte (Großkraftwerke) Erzeugungs- und Machtstruktur der vier Stromkonzerne RWE, EoN, Vattenfall und EnBW. Deswegen musste dem Gesetz dringend die Zähne gezogen werden. Plötzlich war von Offshore-Windparks und DESERTEC die Rede. Wiederum zentralisierte Strukturen, mit denen man die Menschen in Abhängigkeit halten kann und Druck in jeder Hinsicht ausübern kann. Die Gewinne aus der Produktion wollen die Konzerne, die Banken und auch Versicherungen abschöpfen. Wo kämen wir hin, wenn der Fortschritt allen Menschen zu Gute käme? Deswegen hat Schwarz-Geld das Gesetz geändert und die Laufzeiten verlängert.
Nach dem schweren Kernkraftunfall in Fukushima gab es Widerstand und man überlegte sich eine neue Taktik. Um ein Zugeständnis bei den KKW-Laufzeiten kamen sie diesmal nicht herum. Also wurden die Laufzeiten auf 2022 begrenzt. Etwa auf den Zeitpunkt, auf den der rot-grüne Ausstiegsplan die Laufzeiten schon begrenzt hatte.
Nun versuchen die Handlanger des Kapitals auch noch sich als Umweltparteien, als Bekehrte, ja gar als die eigentlichen Atomausstiegsparteien zu gerieren. Das ist ein besonders schmerzhafter Schlag ins Gesicht der Bevölkerung.
Ein sofortiger Ausstieg ist nötig und wäre auch machbar gewesen, wenn diese Regierung nicht vom ersten Tag an den dezentralen Ausbau der Erneuerbaren aus o.g. Gründen behindert hätte.
Diese Regierung tut nun alles dafür, dass die Stromkonzerne mit Großprojekten in Sachen Erneuerbare Energien (Offshore Windparks, Desertec usw.) die Zentralmacht über die Stromerzeugung und damit auch die zukünftige Preisgestaltung behalten. Das Kartell aus vier Konzernen und die Banken (Anteilseigner) bestimmen weiterhin die Preise und ihre eigenen Gewinne. Die Stromkunden werden diesem Kartell von der Bundesregierung (ausführendes Organ der Wirtschaft und Finanzbranche) weiterhin ausgeliefert.

Wer sich für die Zusammenhänge im Detail interessiert, sollte unbedingt Hermann Scheers Buch „Der enrgethische Imperativ“ lesen. Dort sind alle Zusammenhänge der letzten 40 Jahre analysiert. Eine mögliche und wünschenswerte Zukunft der weltweiten Energiepolitik und -versorgung werden darin dargelegt.

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Written by commulog

6. Juni 2011 at 11:50

Deutsche Atomkraftwerke sind sicher, weil sie noch laufen

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…sonst wären sie ja unsicher. Zu diesem Zirkelschluss versteigt sich im ARD-Brennpunkt von gestern die Bundessprechblase Angela Merkel (2:07 bis 2:26). Auch interessant (6:50 bis 7:00). Für Merkel geht es nur um die Sicherheit für „heute und morgen“ was dann ist interessiert sie nicht.
Merken die Leute in Deutschland wirklich nicht mehr, dass hier unzurechnungsfähige und damit gemein gefährliche Politiker Entscheidungen treffen? Oder ist die Resignation so groß geworden, dass sich niemand mehr aufraffen kann?
Ohne Probleme könnten die ältesten Reaktoren in Deutschland schon heute für immer still gelgegt werden. Brunsbüttel und Krümmel produzieren seit 2007 keinen Strom. Trotzdem exportiert Deutschland Strom ins Ausland. Biblis stand lange still ohne Probleme in der Stromversorgung. Diese Pannenreaktoren sollen jedoch alle wieder ans Netz gehen, damit die Stromkonzerne mehr Gewinne machen können.
Hätte die schwarzgelbe Bundesregierung nicht wesentliche Dinge im EEG geändert, wie z.B. die Solarförderung gekürzt, wäre der Ausbau der dezentralen Solarenergie in Deutschland auch nicht gebremst worden und man könnte schnell weitere AKW abschalten. Ja ich höre schon die Apologeten der Kernenergie, die Grundlast, die Grundlast. Diese wäre mit dezentralen Blockheizkraftwerken auf Erdgasbasis aufzufangen. Zumindest so lange, bis ausreichende Speichermöglichkeiten für Strom aus unsteter Wind- und Solarkraft bestehen. Die Durchleitung von Windstrom durch die Netze wird von den Konzernen behindert, mit der Argumentation, dass die „Grundlast“ (Atom und Kohle) Vorrang hat. Technisch verständlich, aber ist es dann nicht eher so, dass Kohle- und Atomstrom die Erneuerbaren behindern? Wieso müssen tausende Windräder abschalten. Die könnten gut genutzt werden um z.B. Wasserstoff zu produzieren. Es gibt so viele Möglichkeiten, von denen Hermann Scheer in seinem sehr lesenswerten Buch „Der energethische Imperativ“ berichtet. Diese Möglichkeiten werden nur aus einem Grund nicht genutzt. Die großen vier Energiekonzerne wollen die bestehenden Verhältnisse beibehalten. Eine zentralisierte Stromversorgung in ihren Händen ist für sie die Garantie, dass die Verbraucher von ihnen abhängig bleiben und sie in Zukunft auch ihre unermesslichen Profite machen können. Deswegen wird auch nun das „Desertec-Projekt“ massiv beworben. Einerseits erkennen die Konzerne (Energiekonzerne, Banken, Versicherungen) die Notwendigkeit einer Abkehr von fossilen und nuklearen Energieträgern, andererseits hätten sie mit diesem weitgehend zentralen Riesenprojekt weiterhin die Stromerzeugung Europas in der Hand. Es ist von deren Seite und auch von der von ihnen gekauften Politik nicht erwünscht, dass VerbraucherInnen unabhängig werden. So einfach ist das.
Wer sich umfassend über neue, bessere Möglichkeiten ein Bild machen möchte, kann sich z.B. bei EUROSOLAR informieren. Den Stromanbieter jetzt zu wechseln, ist auch ein deutliches Zeichen und ein Ausdruck des eigenen Willens. Besonders empfehlenswert sind die Energiewerke Schönau, da diese viel für den kleinräumigen Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland tun.
Übrigens lief Fukushima auch nur noch aufgrund einer Laufzeitverlängerung auf Drängen der Atomlobby.

Written by commulog

14. März 2011 at 11:54

Veröffentlicht in Atomenergie, CDU, CSU, Neoliberalismus

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