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Heil durch Guttenberg

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In der aktuellen Stunde des Bundestages hat Herr zu Guttenberg heute unmißverständlich klargamcht, wie er die Welt sieht und wie wir sie in Zukunft zu sehen haben. Er stilisiert sich mit einem Zitat seines Großvaters „am Ende zählt, ob einer das ist, was er vorgibt. Ja, ein Mensch mit seinen Schwächen und seinen Fehlern.“ zum guten Beispiel. Das klingt gut und bedient etwas, nach dem sich aviele Menschen sehen. Den Wunsch nach Vergebung. Dies ist nicht einmal verwerflich, wenn es nicht nur als eine Taste auf der Klaviatur der Macht gespielt würde.
In der wirklichen Welt, nicht in der der CDU/CSU/FDP/Merkel/Guttenberg, kann ein Mensch auch Fehler machen. Frau Kläßmann ist ein Beispiel dafür. Sie hat jedoch die Konsequenzen gezogen.
Wenn sich Herr zu Guttenberg dagegen hinstellt und behauptet, er übernehme die volle Verantwortung, klingt das wie eine hohle Phrase, da ja keine Konsequenzen folgen.
Die Aussage ist genau so bedeutungslos, wie die Fehler und übernommene Verantwortung der Investmentbanker in den Bankencrashs der letzten Jahre. Sie haben ohne Konsequenzen Boni in Milliardenhöhe kassiert.
Damit hat Herr zu Guttenberg und auch die Kanzlerin einen völlig neues Leitbild hoffähig gemacht. Das des Karrieristen, der nur noch den Erfolg, die Macht das Geld als Ziel anvisiert.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bezeichnnete das Aberkennen des Doktortitels als richtig und logisch. Die Universität Bayreuth folge mit dieser Entscheidung der Einschätzung des Ministers, sagte Merkel am Mittwochabend in Freiburg bei einer Veranstaltung der Stiftung Ordnungspolitik. „Die Entscheidung der Uni Bayreuth liegt auf der Linie dessen, was der Verteidigungsminister vorgegeben hat. Sie macht daher Sinn.“ Das Votum zeige, dass zu Guttenberg mit seiner Selbsteinschätzung richtig liege. Der Minister sei durch die Uni-Entscheidung daher in seinem Amt nicht geschwächt. Quelle: FAZ 23.03.2011

Diese Aussage von Frau Merkel ist ungeheurlich. Die Universität Bayreuth folgt also der Einschätzung des Ministers. Und daher macht sie Sinn. Was für eine bodenlose Frechheit. Als Mitarbeiter an der o.g. Universität muß man sich ob dieser Verhöhnung doch in Grund und Boden schämen. Die Verantwortlichen der Universität werden hingestellt wie subalterne Stiefellecker, die ihrem Dienstherrn pflichtschuldig gehorchen. Das mag zwar im Weltbild eines Adeligen durch jahrhundertelange EInübung in der Herrschaft über andere Menschen, keine sonderlichen Irritationen hervorrufen.
Wenn jedoch die Pfarrerstochter Merkel so etwas öffentlich sagt, spürt man, dass diese Frau und ihre gesamte Partei noch lange nicht im 21. Jahrhundert angekommen sind.
An diesem Verhalten erinnert mich vieles an den Film „Das weiße Band„. Den ich ausdrücklich empfehle.

Was blieb am Ende der Fragestund und der aktuellen Stunde als Fazit?
Die Kanzlerin war erst garnicht erschienen.
Guttenbergs Medienberater Kai Dieckmann hatte ihn offenbar darauf eingestellt auf eventuelle Rücktrittsansinnen der Opposition überhaupt nicht ein zu gehen. Stattdessen spielte er geschickt auf einer Klaviatur der Gefühle und appelierte ironischerweise an zutiefst menschliche Wünsche, damit sich jeder mit ihm identifizieren kann. JedeR hat schon Fehler begangen und sich dafür Vergebung gewünscht wenn er/sie erwischt wurde. Und sei es als Kind beim Lügen oder „trotz Verbot Süßigkeiten essen“

Tragisch ist allerdings, dass Guttenberg und mit ihm die Gesamte Regierung, seine weitere Legitimation für das Ministeramt nur auf Umfragen stützt.
Ich möchte jetzt keinen Vergleich der politischen Inhalte machen, sondern benutze das Folgende nur zur Verdeutlichung eines Zusammenhangs.
Umfragen und Facebook sind die moderne Variante einer Sportpalastrede. Diese wurde, obwohl die Rede und das Publikum genau geplant waren über Millionen Volksempfänger im ganzen Land verbreitet und wiederholt. Dadurch wurde eine allgemeine Zustimmung suggeriert, die es in dieser Form nicht gab. Noch weniger Menschen trauten sich zu widersprechen.
Heute kostete dieser Widerspruch nicht mehr das Leben, man kommt nicht mehr in ein Lager. Jedoch wirken Umfragen auch auf die Psyche. Die Menschen fühlen sich in der Minderheit, wenn sie anderer Meinung sind.
Das Gefühl, zu etwas größerem Ganzen gehören zu wollen scheint, besonders in Deutschland, tief verwurzelt zu sein. Dafür gibt es historische Gründe. Deutschland ist bis ins 19. Jahrhundert keine Nation, sondern ein Flickenteppich von Kleinstaaten gewesen.

Noch ein anderer Punkt ist an Umfragen heikel. Sie sollen wissenschaftlich sein. Gerade das wurde in der Guttenbergaffäre abgeschossen. Kann ich mich den noch auf die Glaubwürdigkeit der Umfragen verlassen. Oder wurden Zahlen vom letzten Jahr zu einem anderen Thema abgeschrieben. Wurden überhaupt Menschen befragt. Wenn ja, wer und von wem.
Ich weiß, dass cih das nun schon lange gebetsmühlenartig wiederhole. Ich halte dies aber für einen entscheidenden Punk. Wieso beginnen wir Umfragen mehr zu trauen als der Realität die wir draussen sehen und unserer eigenen Meinung darüber, unseren eigenen Gefühlen dazu?
Wem nützen diese Umfragen? Wer macht die Umfragen und von wem werden sie bezahlt? Wem gehört das Institut? Wem steht es nahe? Wie werden die Umfragen durchgeführt? Dies bleibt völlig intransparent im Dunkeln. Niemand kann das nachprüfen, außer den Experten/Wissenschaftlern, die uns versichern, das alles wissenschaftlich fundiert ist.
Das war aber Herrn zu Guttenbergs Doktorarbeit auch, bis ein frecher Experte genauer hingesehen hat und Zweifel anmeldete.
Damit wären wir wieder am Anfang.
Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft einmal diese Umfragen und Politbarometer unter die wissenschaftliche Lupe genommen werden.

Mal im Ernst, interessieren diese Umfragen überhaupt jemanden?

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Written by commulog

24. Februar 2011 at 01:29

Veröffentlicht in Bertelsmann, CDU, CSU, Guttenberg, Plagiat

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Umfragen halten die Bevölkerung in Schach

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Kaum jemand in Deutschland legt wohl noch viel Wert auf die Umfragen und Statistiken, mit denen wir ständig beschossen werden.
Trotzdem haben sie eine Wirkung. Ganz deutlich sieht man das mal wieder am Fall Guttenberg. Fast alle Medien, von ARD bis BLÖD berichten über die Umfrage, nach der nur 27% aller Deutschen winen Rücktritt des Ministers für notwendig halten.
Eine Abstimmung der FR-Online kommt jedoch zu einem völlig anderen Ergebnis. Die Ablehnung beträgt hier 90%.
Natürlich kann niemand eine Umfrage verifizieren. Weder eine von EMNID, von FORSA oder sonstwem. Und auch keine Abstimmung bei FR_Online ist verifizierbar. WOher kann ich wissen, ob eine Umfrage überhaupt stattgefunden hat? Und wenn doch, wie sie gemacht wurde, wie groß ist die Stichprobe, wer hat diese nach welchen Gesichtspunkten ausgewählt?

Es stellt sich insgesamt der Eindruck her, dass Umfragen vor allem dazu dienen die Menschen zu manipulieren. Denn wenn jemandem wie G. so viel Zustimmung von der Bevölkerung bescheinigt wird, fühlt sich doch jedeR in der Minderheit, der oder die anders denkt. Umfragen sind zu einem Steuerungsmittel in unserer Gesellschaft geworden. Deswegen ist es wichtig, sie nicht ernst zu nehmen, Politiker tun das übrigens auch nicht, wenn die Umfragen gegen sie sprechen. Besser ist wohl, der eigenen Einschätzung zu vertrauen und sich darüber bewußt zu sein, dass dijenigen die die Umfragen veröffentlichen, ein starkes Interesse daran haben, dass es so sein möge, wie sie es darstellen. Es ist genau wie in der Forschung. „Sage mir, wer die Studie bezahlt hat und ich sage dir das Ergebnis.“

Das Medienkonglomerat aus Bertelsmann (übrigens im Höhenflug), Springer, den ÖR und wenigen anderen Großgruppen, nebst Interessengruppen aus der Wirtschaft weiß genau, wen es an der Macht haben möchte. Ob Dr. oder nicht spielt nun auch keine Rolle mehr.

Written by commulog

21. Februar 2011 at 10:28

Veröffentlicht in Bertelsmann, CDU, CSU, Guttenberg

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