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Kontrolle über die Produktionsmittel. Hackerparagraph § 202 c StGB

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Hinter der Kriminalisierung des Besitzes von Programmen, die dazu geeignet sind in Sicherheitslücken von Computersystemen einzudringen, steckt mehr, als auf den ersten Blick zu sehen ist. In Wirklichkeit geht es dabei nämlich nicht um Sicherheit sondern um Profit. Hier eignet sich eine kleine Gruppe Produktionsmittel an und schließt die Allgemeinheit von deren Besitz und deren Verwendung aus.
Das ist so, als würde ich den Besitz und den Gebrauch von Hämmern kriminalisieren. Wer dann noch einen Nagel einschlagen möchte, kann gegen teures Geld ein Unternehmen damit beauftragen, dass die Lizenz zum hämmern besitzt. Das bedeutet für mich eine große Einschränkung, weil sich nun das Produktionsmittel „Hammer“ in den Händen von wenigen befindet, die ich für den Einsatz des ehemals allgemein zugänglichen Produktionsmittels bezahlen muß.
Anfang und Mitte der neunziger Jahre träumten viele den Traum mithilfe von Computern kreativ zu sein und Dinge zu produzieren, für die man bisher wesentlich größere Anlagen und teurere Geräte benötigte. Das Internet wurde als neue Möglichkeit zur grenzenlosen Freiheit empfunden. Ich meine grenzenlos im Sinne von örtlich ungebunden.
Herr Schäuble hat das Wesen des Internets anscheinend überhaupt nicht verstanden, da er es ja für ein „große Telefonanlage“ hält. Und etwas in einem Land zu verbieten macht auf dem Hintergrund von weltweiter Vernetzung überhaupt keinen Sinn. Wenn Hackerprogramme in Deutschland verboten sind, wird mein Computer eben aus anderen Ländern angegriffen, ich kann mich nur nicht mehr durch eigene Tests mit diesen Programmen an meinem System davor schützen. Ich glaube ja, dass Herrr Schäuble das Internet gerne zu einem großen „Volksempfänger“ umbauen möchte, aus dem dann ständig Propaganda und Werbebotschaften auf uns alle einprasseln.
Mit dem Verbot der sogenannten „Hackerprogramme“ wird die Sicherheit aus den Händen der Allgemeinheit genommen. Ab nun muß sich jeder auf die gut bezahlte Sicherheitsindustrie verlassen, die uns gegen jährliches Schutzgeld Virenschutz (Tropfen) und Firewalls (Wässerchen) verkauft. Politik und Unternehmen arbeiten also Hand in Hand. Es wird sich in den nächsten Jahren herausstellen, dass mit diesem Verbot der Sicherheit ein Bärendienst erwiesen wurde. Dann wird wieder nach einer härteren Gangart verlangt und so weiter. Wir kennen das ja aus vielen anderen Bereichen. Es sollen halt nur wenige von den vielen profitieren so war es, so ist es und so wird es wohl noch lange bleiben.
Ich kann mir auch gut vorstellen, dass es in absehbarer Zeit Sondergenehmigungen zum Einsatz von o.g. Programmen für die Sicherheitsindustrie geben wird. Das wird dann mit wirtschaftlichen Notwendigkeiten begründet werden. Für wie doof halten die uns eigentlich.

Wiederholung tötet das Bewußtsein. Wiederholung tötet das Bewußtsein. Wiederholung tötet das Bewußtsein. Wiederholung tötet das Bewußtsein. Wiederholung tötet das Bewußtsein. Wiederholung tötet das Bewußtsein.

Written by commulog

5. September 2007 at 10:28